Die Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg
Wie kleine Unternehmen der Hauptstadtregion mit einer Reifegrad-Selbstbewertung sichtbar Qualität nachweisen.
Die Qualitätsauszeichnung Berlin-Brandenburg würdigt kleine Unternehmen der Hauptstadtregion, die nachweislich hohe Qualität und guten Service bieten. Sie richtet sich bewusst an Betriebe, für die eine vollständige Zertifizierung nach internationalen Managementnormen zu aufwendig wäre – und macht deren Leistungsfähigkeit dennoch nachvollziehbar sichtbar. Getragen wird das Verfahren von der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg, in der der VQB e.V. als Servicebüro die organisatorische Umsetzung verantwortet.
Was die Qualitätsauszeichnung ist
Unter dem Leitgedanken „Qualität und guter Service aus der Hauptstadtregion" zeichnet die Initiative kleine Unternehmen aus, die definierte Anforderungen an ihre Managementpraxis erfüllen. Die Auszeichnung ist kein reiner Werbepreis, sondern das Ergebnis einer strukturierten Bewertung: Grundlage ist eine sogenannte Reifegradmatrix, in der ein Betrieb seinen Entwicklungsstand systematisch einordnet.
Inhaltlich orientieren sich die Kriterien an zwei etablierten Bezugssystemen – der aktuell gültigen DIN EN ISO 9001:2015 und dem EFQM-Modell. Beide sind jedoch bewusst an die Realität kleiner Unternehmen angepasst und deutlich vereinfacht. So bleibt der Anspruch an gelebte Qualität erhalten, ohne dass ein Kleinbetrieb den vollen dokumentarischen Aufwand eines großen zertifizierten Managementsystems stemmen muss.
Die Reifegradmatrix als Kern
Herzstück des Verfahrens ist die Selbstbewertung anhand der Reifegradmatrix. Das Unternehmen beurteilt darin verschiedene Handlungsfelder seiner Organisation und ordnet sich Reifegradstufen zu – von einem beginnenden über einen fortschreitenden bis hin zu einem gereiften Entwicklungsstand.
Schon die Auseinandersetzung mit dieser Matrix bringt für viele Betriebe den eigentlichen Mehrwert: Sie liefert aufschlussreiche Erkenntnisse über den tatsächlichen Entwicklungsstand der eigenen Abläufe und deckt Reserven auf, die im Tagesgeschäft oft verborgen bleiben. Typische Handlungsfelder sind zum Beispiel:
- Ausrichtung an Kundenbedürfnissen und Servicequalität
- Klarheit und Stabilität der internen Prozesse
- Führung, Verantwortlichkeiten und Zielorientierung
- Einsatz und Entwicklung der Mitarbeitenden
- kontinuierliche Verbesserung und Umgang mit Fehlern
Der Weg zur Auszeichnung
Das Verfahren ist als klar gegliederter Ablauf angelegt, den interessierte Betriebe Schritt für Schritt durchlaufen. Vereinfacht dargestellt umfasst er:
1. Interesse und Anmeldung
Das Unternehmen meldet sich für die Qualitätsauszeichnung an und erhält die Unterlagen zur Selbstbewertung.
2. Selbstbewertung
Anhand der Reifegradmatrix schätzt der Betrieb seinen Entwicklungsstand realistisch ein und reicht diese Bewertung mit der Bewerbung ein.
3. Vor-Ort-Bewertung durch einen Assessor
Ein unabhängiger, geschulter Assessor prüft die eingereichte Selbstbewertung vor Ort. Er gleicht die Angaben mit der gelebten Praxis ab und sorgt so für Objektivität und Glaubwürdigkeit des Ergebnisses.
4. Auszeichnung
Bei einem erfolgreichen Gesamtergebnis wird die Qualitätsauszeichnung mit einer Urkunde verliehen. Der ausgezeichnete Betrieb wird öffentlich als Träger der Auszeichnung kommuniziert.
Nutzen für kleine Unternehmen
Die Auszeichnung verbindet zwei Vorteile, die gerade für KMU zählen: einen glaubwürdigen Qualitätsnachweis nach außen und einen konkreten Entwicklungsimpuls nach innen.
- Sichtbarkeit im Markt: Kundinnen und Kunden erhalten ein verlässliches Signal für Qualität und Servicebewusstsein aus der Region.
- Objektive Fremdeinschätzung: Der Assessor-Besuch liefert eine neutrale Außensicht auf Stärken und Verbesserungsfelder.
- Praktikabler Einstieg: Wer noch keine ISO-9001-Zertifizierung anstrebt, findet einen angemessenen, machbaren Weg zu strukturiertem Qualitätsmanagement.
- Entwicklungsperspektive: Die Reifegrad-Systematik lässt sich als Sprungbrett nutzen – hin zu mehr Exzellenz oder zu einer späteren formalen Zertifizierung.
Vom Reifegrad zur Exzellenz
Die Qualitätsauszeichnung ist bewusst als Entwicklungspfad gedacht. Betriebe, die ihre Reife weiter steigern, können sich schrittweise anspruchsvolleren Zielen nähern – im Sinne der Exzellenzgedanken des EFQM-Modells. So wächst die Organisation kontinuierlich, statt Qualität nur punktuell zu bescheinigen. Für viele kleine Unternehmen ist die Auszeichnung damit der erste bewusste Schritt in einen dauerhaften Verbesserungsprozess.
Wie der VQB unterstützt
Als Servicebüro der Qualitätsinitiative Berlin-Brandenburg begleitet der VQB e.V. das gesamte Verfahren: Er koordiniert Unternehmen, Assessoren und Kammern, stellt die Unterlagen zur Selbstbewertung bereit und informiert die Öffentlichkeit über neu ausgezeichnete Betriebe. Interessierte Unternehmen erhalten beim VQB eine praxisnahe Orientierung von der ersten Anmeldung bis zur Verleihung – und auf Wunsch Beratung zur Weiterentwicklung ihres Managementsystems über die Auszeichnung hinaus.





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